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Freitag, 14. August 2026

Karten für den erkauften „Luxus“

Über 14 Millionen Personen in Deutschland sind im Besitz von Kreditkarten. Neben der klassischen EC-Karte als Zahlungsmittel, werden unter anderem die Kreditkarten Visa, Eurocard/Mastercard, American Express und Diners Club genutzt. Während vorwiegend American Express (Amex), Diners Club und Barclay Card ihre Kreditkarten im Direktvertrieb vertreiben, setzen andere Kreditkartenanbieter wie Visa oder Mastercard Banken als Emittenten ein. Dadurch nimmt das Corporate Publishing bei den Kreditkartenanbietern, die vorwiegend auf Direktvertrieb setzen, einen wesentlich höheren Stellenwert als Kundenbindungsinstrument ein.

„Upper Class” bei Amex und Diners Club

Der Markt der Kundenmagazine von Kreditkartenanbietern ist überschaubar. Die Kartenanbieter Amex und Diners Club bedienen in Deutschland eine exklusive Marktnische. Während diese Kreditkarten hauptsächlich von „Upper Class“ genutzt werden, kommt hingegen die EC-Karte auch in den mittleren und unteren sozialen Schichten zum Einsatz. Stefan Endrös, Geschäftsführer Journal International, München: „Der Premiumkartenmarkt gehört zu den spannendsten Märkten. Corporate Publishing und CRM (Customer Relationship Management) kann man sehr gut kombinieren, da man über vernünftige und solide Kundendaten zurückgreifen kann und eine Zielgruppe hat, die ihre Kreditkarte im Premiumbereich einsetzen.“ Der Münchener CP-Dienstleister betreut die Kreditkartenkundenmagazine 'Departures Magazin', 'Centurion Magazin' sowie 'Platinum' von American Express Inc. Der gemeinsame Nenner dieser Magazine ist, dass sie eine moderne Markenkommunikation betreiben. Neben der Vorstellung von hochwertigen Produkten im Premiumbereich sollen sie auch dem Leser neue Kaufimpulse liefern.

Auf ein ähnliches Konzept setzt auch der Herausgeber des 'Diners Club Magazin', der PMI Verlag, München. Der 1949 gegründete Diners Club gab die erste Kreditkarte der Welt heraus. Chefredakteur Jens Leichsenring: „Unsere Zielgruppe gehört zu den Best Agern, die genau über die Bedeutung von Qualität und Werten Bescheid wissen. Durch die Tradition weist der Kundenstamm eine sehr treue und langjährige Mitgliederschaft auf, die nicht nur über Potenzial, sondern auch über die notwendige Liquidität verfügen. Es ist eine Leserschaft, die auf fundierte, glaubwürdige und solide Informationen für ihre Kaufentscheidung setzt.“

Superreichen dieser Welt im Visier

Laut der Studie ‚Trend Tropics – Kunden- und Kreditkarten’ der Axel Springer AG, Hamburg, hat das Kreditkartengeschäft im Premium-Segment Hochkonjunktur. Seit dem Jahr 2000 ist die Centurion Karte von Amex nicht mehr die einzige, die den Superreichen der Welt angedient wird. Vor sechs Jahren brachte Mastercard die World Signia Karte auf dem Markt. Ebenso wie Centurion bietet diese Karte einem erlauchten kleinen Kreis einen Concierge-Service, der einem so ziemlich jeden Wunsch erfüllt, sowie ein umfangreiches Versicherungspaket. Genauso wie Amex behält sich auch Mastercard vor, die Kunden für diese exklusive Karte auszuwählen. Seit Anfang 2006 mischt zudem noch die UBS Mastercard Excellence auf dem Markt der Superreichen in Deutschland mit.

Fehlende Akzeptanz der Kreditkarten im deutschen Einzelhandel

Nach der Springer-Analyse haben Kreditkarten gegenüber der EC-Karte einen schweren Stand. Kreditkarten werden in Deutschland immer noch relativ selten genutzt. Wegen der hohen Transaktionsgebühren stoßen sie bei vielen Händlern und Dienstleistern auf Zurückhaltung. Nach der Analyse laufen nur fünf Prozent des Umsatzes im Einzelhandel über Kreditkarten. Ein weiteres Prozent wird mit Kundenkarten des Handels bezahlt. Unter dem Motto „nur Bares ist Wahres“ setzen knapp zwei Drittel der Konsumenten beim Bezahlen Bargeld ein.

Kundenkarten im Aufwind

Nach wie vor im Aufwind sind die Kundenkarten, über die Händler und Dienstleister ihre Bonus-, Rabatt oder sonstigen Kundenbindungs-Programmen mit Vergünstigungen steuern. Einige Kundenkarten kooperieren auch mit Kreditkartenanbietern.

Den Douglas Card-Besitzern wird fünf Mal jährlich das ‚Douglas Magazin’ zugeschickt. Das Magazin wird produziert vom Münchener Condé Nast Verlag und liefert umfassende Informationen über das Produktportfolio von Douglas sowie über Neuheiten aus der Welt der Düfte, dekorativer und pflegender Kosmetik. Darüber hinaus werden die Inhaber der Karte mit Mailings und Gutscheinen für Luxustestmuster für neue Produkte versorgt. Die Douglas Card kann in allen Douglas-Parfümerien als Zahlungsmittel genutzt werden. Darüber hinaus ist das Hagener Unternehmen eine Kooperation mit dem Lufthansa-Bonus-Programm Miles & More eingegangen. Beim Douglas-Einkauf können durch die Miles&More Card zusätzliche Bonuspunkte gesammelt werden. Neben der Douglas Card bietet das Unternehmen in Kooperation mit Amex auch die Douglas Premium Card an, die alle Funktionen einer Amex-Kreditkarte zu sehr günstigen Konditionen beinhaltet.

Jede Airline bietet ihren Kunden ein Bonus-Card-Programm an. Die Deutsche Lufthansa AG, Köln, offeriert ihren Miles&More-Kunden auch die Miles & More Credit Card, Miles & More Credit Card Gold sowie Lufthansa Senator Credit Card. Alle Kundenkarten sind durch eine Kooperation mit der Visa Card als Kreditkarte einsetzbar. Die Inhaber der Senator Card sowie Senator Credit Card werden durch das personalisierte Kundenmagazin 'Lufthansa Exclusive' über Neuheiten und die weiblichen Lufthansa Miles & More Credit Card-Besitzerinnen werden gezielt mit 'Lufthansa Woman's World' über  die Lebens- und Konsumwelt informiert. Beide Kundenmagazine werden von G+J Corporate Media, Hamburg, betreut.

Im Rahmen des World of TUI Card-Programms wird vom Reiseveranstalter TUI Deutschland, Hannover, das Kundenmagazin 'Welcome!' herausgegeben. Das vom Bad Homburger CP-Dienstleister wdv produzierte Magazin richtet sich an die Mitglieder des TUI Card-Programms. Neben besonderen Reiseangeboten, Versicherungsvorteilen und vieles mehr, genießen die Besitzer der TUI Card Classic, TUI Card Gold und Robinson Card Classic durch eine Kooperation mit der Commerzbank und Visa auch die Vorteile einer Visa-Kreditkarte.

Über 40 Prozent der Bundesbürger sind im Besitz von mindestens einer Kundenkarte. Naheliegend ist die Frage, ob dem Konsumenten durch das Sammeln von Bonuspunkten oder Rabattvorteilen derart Vorteile entstehen, dass sich dadurch das Einkaufsverhalten zugunsten der Emittenten ändert. Die Vorteile liegen dann auf der Hand, wenn die Kundenkarte als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann und – unabhängig vom Unternehmen – auch noch die Zusatzfunktion einer Kreditkarte beinhaltet.

Noch stehen die Händler und Dienstleister in Deutschland den Kreditkarten skeptisch gegenüber. Aber der Count Down läuft, denn im Gespräch ist, dass die Transaktionsgebühren europaweit vereinheitlicht werden sollen und bekanntlich schlafen die Wettbewerber nicht. Was im Ausland völlig unkompliziert gehandhabt wird, wird auch hierzulande mittelfristig Einzug halten.  Und  - die Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland steht vor der Tür und somit auch ein erhöhtes Tourismusaufkommen aus dem Ausland.


 

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(bmw) 20.04.2006

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