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Freitag, 14. August 2026
BMI und Familie Redlich setzen bei Kokain-Aufklärung auf Social Storytelling
Die BMI-Kampagne „Cocaine Insights“ zeichnet auf Instagram den Weg des Kokains von den Anbaugebieten bis nach Deutschland nach - © Familie Redlich
Der Kokainkonsum nimmt in Deutschland insbesondere unter jungen Erwachsenen zu. Nach der Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit konsumieren 4,1 Prozent der 18- bis 25-Jährigen Kokain. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil bei 1,2 Prozent. 19 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe geben zudem an, bereits Erfahrungen mit Kokain gemacht zu haben.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium des Innern (BMI) die Aufklärungskampagne „Cocaine Insights“ gestartet. Entwickelt wurde die Kampagne von der Berliner Agentur Familie Redlich. Im Zentrum steht seit Juli 2026 der Instagram-Account @koks_erzaehlt, über den die Kampagne insbesondere junge Menschen erreichen soll.
Familie Redlich setzt dabei auf einen Social-Storytelling-Ansatz, bei dem das Kokain selbst zum Erzähler wird. Aus der Ich-Perspektive verfolgt der Instagram-Content den Weg der Droge von den Kokafeldern in Lateinamerika bis nach Europa. Die Beiträge sind in drei Themenbereiche gegliedert: Anbau, Herkunft und Herstellung, Transit sowie Vertrieb und Auswirkungen.
Inhaltlich geht es neben den gesundheitlichen Folgen des Konsums um die Verbindung des Kokainhandels mit organisierter Kriminalität, Geldwäsche und Korruption. Hinzu kommen gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen in den Herkunftsländern, darunter die Zerstörung von Regenwaldgebieten durch den Koka-Anbau.
Der Instagram-Kanal bildet den Social-First-Ausgangspunkt der Kampagne, bleibt aber nicht deren einziger Kontaktpunkt. Flankiert wird der Content durch Influencer-Kooperationen und OOH-Motive. Im Nachtleben kommen zudem Postkarten, Poster und Spiegelaufkleber zum Einsatz.
Nach Angaben der Agentur verzeichnete die Kampagne knapp drei Wochen nach dem Start mehr als 1,8 Millionen Aufrufe und 2.784 neue Follower. Ein organischer Beitrag kam auf mehr als 50.000 Aufrufe. Das Paid-Motiv „Auf Klo bisschen Regenwald zerstören“ erreichte mehr als 400.000 Aufrufe.
Mit der Kampagne greift das BMI ein Thema auf, das auch der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, zum Weltdrogentag im Juni adressiert hatte. „Kokain gilt vielen noch immer und wieder mehr als Party- oder Leistungsdroge. Das ist eine gefährliche Täuschung. Aus ärztlicher Sicht ist eindeutig: Kokain kann schnell abhängig machen und schwere Schäden an Herz, Gehirn und Psyche verursachen“, erklärte Streeck. Zugleich verwies er auf die Bedeutung digitaler Prävention: „Wir brauchen deshalb eine ehrliche Prävention, die junge Menschen früher und auf Augenhöhe erreicht, auch im digitalen Raum.“
Parallel dazu haben Deutschland und Frankreich im Juli 2026 eine gemeinsame europäische Initiative gegen Kokain- und Crackabhängigkeit gestartet. Sie soll bestehende Forschungsprojekte bündeln, gemeinsame Schwerpunkte definieren und Studien koordinieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen zudem schneller in die Versorgung von Patient einfließen.
(bmw) 12.08.2026












