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Freitag, 14. August 2026
Fußball-Stadion- und Vereinsmagazine: „Konkurrenzlos glücklich“
Fußball ist mehr als nur eine Sportart. Er ist ein Mythos, der Generationen in Deutschland fasziniert. Nach einer ‚Fußballstudie 2004’ des Sportrechtevermarkters Sportfive interessieren sich 61 Millionen Deutsche, das sind 94 Prozent, für Sport. Davon allein 50 Millionen Menschen oder 77 Prozent für Fußball. Dabei wird es nicht bleiben, denn die Zukunft steckt auch im Nachwuchs. Nach der Sportfive-Studie ‚Kinder am Ball’, gehört Fußball bei den Kids zur Top-Sportart. 2,8 Millionen Kinder zwischen 6 und 13 Jahren (43 Prozent) bekunden ihr Interesse am Spiel mit dem runden Leder.
Es ist also kein Wunder, dass der Deutsche Fußball-Bund e.V., Frankfurt am Main, einen Mitglieder-Boom vermeldet. In der Saison 2005/2006 stieg die Zahl der registrierten Mitglieder auf über 6,3 Millionen. Dem DFB angeschlossen sind 25.805 Vereine und Woche für Woche nehmen 171.877 Menschen am Spielbetrieb teil. Auch bei Kindern und Jugendlichen ist Faszination Fußball ungebrochen, denn über 2,1 Millionen Kids spielen in den 21 Landesverbänden. Diese Zahlen wurden vor der Fußball-Weltmeisterschaft erfasst. Nahe liegend ist, dass sich nach der WM der Boom in den Vereinen noch fortsetzte.
Die Deutschen Fußball Liga e.V., Frankfurt am Main, ist die Interessenvertretung der 1. und 2. Bundesliga. Die Hauptaufgabe neben dem Spielbetrieb, ist die Lizenzierung und Vermarktung, so dass die DFL die Übertragungsrechte an den Spielen der Lizenzligen für Fernseh- und Hörfunkübertragung und Internet vergibt. In den Bundesliga-Vereinen (1. und 2.) sind über 522.000 Mitglieder registriert. Ab der Fußball-Saison 2007/2008 wird auch die 3. Bundesliga vom DFB betreut. Der DFB ist selbst Herausgeber des offiziellen ‚Bundesliga Magazins’, welches vom Sportverlag Europa, Zürich, betreut wird.
Wachsende Zuschauer-Zahlen in den Stadien
Anfang dieses Jahres vermeldete die DFL neue Zuschauerrekordzahlen in den Stadien. In der Vorrunde der laufenden 1. und 2. Bundesliga-Saison stieg die Anzahl der verkauften Tickets gegenüber dem Vorjahr um 2,26 Prozent. Insgesamt wurden die 306 Begegnungen von über 7,8 Millionen Fans verfolgt.
Stadion- und Vereinsmagazine mit hohem Qualitätsanspruch
Jeder Fußballverein in der 1. oder 2. Bundesliga ist Herausgeber eines Stadion- und/oder Vereinsmagazins. In erster Linie dienen die Magazine dazu, den Fußball-Fans die notwenigen Informationen über den Tellerrand hinaus zu bieten, aber auch den jeweiligen Fußballverein nach außen hin zu repräsentieren, ob als Kundenbindungsinstrument oder Akquise-Tool. Die Stadion- und Vereinsmagazine stehen nicht in Konkurrenz zueinander, weder von der redaktionellen Berichterstattung noch von der Anzeigenvermarktung her. Die Konkurrenz findet in der täglichen Berichterstattung im Fernsehen, in Tageszeitungen oder Zeitschriften wie ‚Sport Bild’ und ‚kicker’ statt. Darauf haben die Magazine frühzeitig reagiert und liefern ihren Fußballinteressierten Informationen über die tägliche Berichterstattung hinaus. Die Magazine sind optisch und inhaltlich anspruchsvoll geworden, der aktuelle Trend geht vom DinA4-Format zum kleineren englischen Format, wie es auch die Stadien- und Vereinsmagazine in Großbritannien haben. Nach eigenen Angaben ist das Stadionmagazin 'Schalker Kreisel' von Schalke 04, Gelsenkirchen, das älteste Stadionmagazin in Deutschland und erscheint seit mittlerweile über 40 Jahren. "Stadionmagazine sind unverändert ein wichtiges, weil mit hoher Glaubwürdigkeit versehenes Kommunikationsinstrument der Vereine. Ihre primäre Funktion ist aber nicht mehr die der Nachrichtenübermittlung. An diese ist das Internet getreten. Eine Umfrage unter unseren Lesern des 'Schalker Kreisel' ergab, dass das Medium bei den Fans eine hohe Glaubwürdigkeit besitzt. Bei aller Parteilichkeit, derer wir uns bewusst sind und sie nicht verneinen oder verheimlichen, wollen wir möglichst journalistisch arbeiten", sagt Thomas Spiegel, Presse+PR FC Gelsenkirchen-Schalke 04.
„Wir haben den Anspruch, mehr als bloße Informations- und Statistiklektüre zu bieten. Wir versuchen, sowohl hohe journalistische als auch textliche Qualität anzubieten, die das Lesen des Magazins auch vor allem neben der täglichen (Sport)-Zeitungslektüre interessant macht“, sagt Marcus Uhrig, Redaktion ‚Halbvier’ vom medienBüro Bielefeld, die das Magazin für den 1. Bundesligisten DSC Arminia Bielefeld produzieren. ‚Unsere Eintracht’-Chefredakteur Michael Feick sieht nach wie vor den Trend, dass Stadionmagazine begehrte Sammelobjekte sind. „Wir möchten unseren Anhängern und Partnern ein hochwertiges Magazin mit hochwertigen Inhalten bieten. Hier findet man Dinge über uns und unsere Fans, die man nicht in der Tagespresse leben beziehungsweise lesen kann“, sagt Feick. Das Stadionmagazin wird von der Eintracht Frankfurt Fußball AG herausgegeben.
Nach wie vor eventbezogen präsentiert sich das Stadionmagazin ‚Die Kogge’ vom F.C. Hansa Rostock. Neben Einzelheiten zum Bundesligaspiel und den dazugehörigen Informationen, erhebt das inhouse produzierte Heft den Anspruch auf ein qualitativ modernes Magazin.
Ganz anders präsentiert sich das 'Werder Magazin' von Werder Bremen. Leiterin Marita Hanke legt bei der Produktion des Magazins viel Wert auf die Optik: „’Das ‚Werder Magazin’ zielt nicht auf aktuelle News ab, sondern unser USP ist die Hintergrundberichterstattung. Dabei legen wir sehr viel Wert auf die Optik des Magazins durch opulente Bildstrecken und einer eigenen Bildersprache.“
„Einen ähnlichen Anspruch erhebt das ‚GeißbockEcho’ vom 1. FC Köln. „’GeißbockEcho’ entwickelte sich vom Stadion-/Spiel-Heft zum Clubmagazin. Am Spieltag verteilen wir kostenlos das ‚GeißbockInfo’ mit allen aktuellen Daten zum Spiel, inklusive Ergebnissen zum Vortag. Das ‚GeißbockEcho’ selbst soll als Magazin über den eigentlichen Spieltag hinaus interessant und lesbar sein. Das heißt, dass die Interviews und Storys keinen permanenten Spielbezug haben, sondern für sich stehen“, Tobias Schmidt, ‚GeißbockEcho’-Chefredakteur und Medien&Kommunikation-Leiter des 1. FC Köln. Einen anderen Ansatz bietet ‚HSVLive’ vom Hamburger SV e.V. Das Magazin wurde Anfang letzten Jahres optisch und inhaltlich von der Hamburger Kommunikationsagentur könig & engländer relauncht. „’HSVLive’ soll funktionell sein und den Zuschauer auf das Spiel einstimmen. Darüber hinaus soll es aber auch den Leser in die bunte HSV-Welt eintauchen lassen, indem man ihm vom aktuellen Spieltag unabhängige Themen, Storys und Interviews anbietet. ‚HSVLive’ bietet dem Verein eine Plattform, um eigene Projekte und Aktionen gezielt vorzustellen“, erklärt Marco Anspreiksch aus der HSV-Presseabteilung. Den Marktgegebenheiten angepasst wurde auch das Stadionmagazin vom 1. FSV Mainz 05. 'Der 05er' beinhaltet mehr Hintergrundartikel, viele hochwertige Bilder und immer detailreichere Informationen zu den Spielern und zum Verein, sodass das Stadionmagazin zum umfangreichen Fan-Magazin wird“, erklärt 1. FSV Mainz 05-Presseprecher Tobias Sparwasser und Chefredakteur des Magazins. Auch das Stadionmagazin 'Eintracht aktuell' von dem Fußballverein Eintracht Braunschweig wurde Step-by-Step in den letzten Jahren aufgefrischt. "Das Stadionmagazin ist in den letzten Jahren in jeder Sicht gewachsen. Neue Rubriken und redaktionelle Inhalte, wie zum Beispiel die Pool-Partner-Story, Vorstellung von Gastro-Objekten, die Kinderseite und die Fan-Shop-Ecke haben das Magazin bereichert", sagt Michael Hoffmann, Teamleiter Kundenbetreuung bei der Werbe- und Verlagsgesellschaft Subway. Der Braunschweiger CP-Dienstleister betreut neben dem Stadtionmagazin auch das Eintracht Braunschweig-Mitgliedermagazin 'EintrachtMagazin'.
Anzeigenaufkommen steigend
Fast alle Stadion- und Vereinsmagazine verbuchen zunehmendes Anzeigenaufkommen. Die Magazine kommen schon fast in den Genuss einer Monopolstellung, denn neben den Sponsoren ergibt sich das Anzeigenaufkommen aus dem jeweiligen regionalen Bereich. Das steigende Anzeigenaufkommen spiegelt sich auch in den Heftumfängen wieder, die teilweise über 20 Seiten aufgestockt wurden. Der Sportrechtevermarkter Sportfive zählt in Deutschland acht Bundesliga-Vereine zu seinen Kunden und betreut darüber hinaus auch die Anzeigenvermarktung der Magazine. Die Kunden sind: Hertha BSC, Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Hamburger Sportverein, 1. FC Kaiserslautern, FC Augsburg und der 1. FC Nürnberg.
Bundesliga-Vereine setzen verstärkt auf Internet-TV
Auf das veränderte Medienkonsumverhalten der Fußballinteressierten setzen auch die Bundesligavereine verstärkt durch Internet-TV und TV-Formate. Zum Beispiel launchte der Bundesligist Hertha BSC nicht nur als erster eine Frauen-Homepage (www.herthafreundin.de) für die weiblichen Fußballfans, sondern sendete über den Spartensender Bahn-TV ein eigenes TV-Format namens ‚Spielzeug’. Die Bayern München AG hatte sein eigenes TV-Format im DSF, jedoch stimmten nicht die Einschaltquoten, sodass das Format „auf Eis gelegt“ wurde. Weiterhin aber werden jeden Montag in der ‚Sport Arena’ von München TV Informationen und Storys über Bayern München und den TSV München von 1860 gesendet . In Kooperation mit der Deutschen Telekom launchte FC Bayern das Internet-TV ‚FC Bayern TV’. Bei dem bereits zum Saisonauftakt gestarteten FCB.tv kostet ein Drei-Monats-Abonnement zwölf Euro.
Auch die Bremer stehen in den Startlöchern: In Planung bei Werder Bremen ist das TV-Format ‚Werder TV – Bundesliga aktuell’. Bereits on air ist ‚Werder Inside’, welches mit Berichten über die aktuelle Situation bei den Grün-Weißen über Hit-Radio-Antenne informiert.
Auch die Hamburger SV setzt auf Internet-TV mit ‚HSV Players Lounge’ auf der eigenen Homepage. Letzten Herbst unterzeichneten die Hamburger als erster Bundesligaverein mit dem Internet-TV-Anbieter Grid-TV einen Vertrag. Alle HSV-Spiele werden kurz nach Spielende im Internet gezeigt. Und das, obwohl die Deutsche Telekomtochter T-Com für 50 Millionen Euro pro Saison die Exklusivrechte für die Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga im Internet erworben hatte. Trotzdem darf jeder Bundesligist nach dem Schlusspfiff seine eigenen Spiele auf seiner Homepage zeigen. Ende Januar 2007 launchte der Gelsenkirchener Bundesligist seinen eigenen TV-Auftritt mit ‚Schalke 04 TV’. Das neue Online-Angebot kann über eine DSL-Leitung auf den Fernseher oder den PC abgerufen werden. Das Angebot ist zum Start gratis und von Ende Februar an als Abonnement oder Pay per view kostenpflichtig. Partner der Schalker ist die ProSiebenSat. 1-Grupppe mit ihrem Video-on-Demand-Portal Maxdome (www.maxdome.de). Der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 erhofft sich mit dem Launch eine "Vernetzung von Geschichten, die sowohl von der Stadionzeitschrift 'Schalker Kreisel' als auch von 'Schalko 04 TV' genutzt" werden kann.
Die meisten Bundesligisten haben schon Internet-TV oder stehen kurz vor dem Launch. Dazu Marcus Uhrig: „Der größer werdende Einfluss des Internets und seiner vielfältigen neuen Medien spielen in den mittelfristigen Zukunftsplanungen eine große Rolle.“
(bmw) 21.02.2007 | ![]() |













